villa luisenhof

vergessenes Denkmal und Herzstück des Parks

Hier entstehen im 2. Bauabschnitt sieben exklusiv sanierte Wohnungen der Extraklasse.

historie und architektur

Erbaut wurde sie 1893/94 nach Plänen von Franz Heinrich Schwechten, dem Architekten der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Der Bauherr Richard Roesicke, Generaldirektor der Berliner Schultheiß-Brauerei, benannte das Landhaus auf dem Tornow nach seiner Frau „Villa Luisenhof“.

Ihre Architektur erscheint als Mischung aus englischem Landhausstil und mittelalterlicher Burg – und ist unverkennbar eine Ausnahme der seinerzeitigen, vom italienischen Villenstil inspirierten Schinkel- und Persiusschule. Der viergeschossige Bau mit Souterrain und Mezzanin wirkt trotz seiner unterschiedlich hohen Bauteile kompakt. Im Gegensatz zur fast streng wirkenden Südfront mit ihrem wehrhaft anmutenden Haupteingang wirkt die Nord- oder Parkseite beinahe mediterran heiter.

Die Fassade zeigt sich weitgehend schmucklos, das Äußere der Villa bestimmen wenige Akzente: zwei oktogonale Ecktürme mit hohen Spitzdächern, Portal und Eingangsrisalit, eine Freitreppe, ein künstlerisch behauener Schlussstein – und der über 32 Meter hohe Turm als Hauptmotiv der Parkseite. Seine offene Aussichtsplattform bietet einen überwältigenden Rundblick über Sanssouci und die Potsdamer Altstadt, zum Brauhausberg und zum Telegrafenberg. Darüber hinaus konnte schon damals keine andere der Potsdamer Turmvillen mit einer solchen landschaftlich reizvollen Lage aufwarten.

Das Äußere der Villa ist heute bis auf den Anbau des Schornsteins rechts des Haupteingangs, das Fehlen sämtlicher Fensterläden und der beiden Spitzhelme auf den Eingangstürmen relativ authentisch.

Dass die Villa zu DDR-Zeiten abgestuckt worden sein müsse, ist ein Irrtum – die schlichte Gestaltung der Fassaden ohne Stuck, ohne Pilaster oder Lisenen und auch ohne die sonst übliche Quaderung im Sockelbereich erfolgte auf Wunsch ihres Bauherrn, der ein Verfechter der Schlichtheit war und zweifellos Einfluss auf die Pläne Schwechtens genommen hat, für den architektonische Zurückhaltung eher untypisch war.

Im Inneren der Villa zählt die zweiläufige Holztreppe mit gedrechselten Traljen, fein gearbeiteten Stufen und geschnitzten Wangen zu den sehr wenigen Ausstattungsstücken, die heute noch im Original erhalten sind. Durch die zahlreichen Umbauten, denen das Gebäude durch die mehrfachen Umnutzungen unterzogen wurde, ist von der ursprünglichen Ausstattung kaum mehr etwas erhalten geblieben. Weil auch Fotografien aus der Entstehungszeit fehlen, lässt sich heute nur noch ansatzweise und nur mittels einiger alter Baupläne rekonstruieren, wie die Familie Roesicke und ihr Personal die Villa als Wohnung nutzte.